Wie wählt man ein natürliches Öl aus und versteht dessen Verarbeitung

Erstellt02.02.2023
Wie wählt man ein natürliches Öl aus und versteht dessen Verarbeitung
RATGEBER

Die Qualität des Öls beginnt nicht erst in der Flasche. Sie beginnt bereits beim Samen, der Nuss und dem Weg der Verarbeitung.

Vielleicht sind Ihnen Begriffe wie Kaltpressung (LZS), RAW oder natives Öl begegnet. Sie werden oft gemeinsam verwendet, bedeuten aber jeweils etwas anderes – was häufig für Verwirrung sorgt.

Schauen wir uns an, was jeder Begriff bedeutet und warum das die Eigenschaften und die Verwendung des Öls beeinflusst.

Was bedeutet Kaltpressung?

Kaltpressung (LZS) bedeutet, dass das Öl „kalt gepresst“ ist.

Das heißt: Samen oder Nüsse werden mechanisch ohne hohe Temperaturen und ohne chemische Lösungsmittel gepresst. Das Öl wird langsam und schonend gewonnen, so dass möglichst viel vom natürlichen Charakter des Rohstoffs erhalten bleibt.

Die Samen werden dabei in der Regel nicht geröstet oder chemisch behandelt.

Das Ergebnis ist ein natives Öl mit der natürlichen Farbe, dem Duft und den Eigenschaften des jeweiligen Rohstoffs.

Daher sind kaltgepresste Öle aromatischer und oft auch empfindlicher in der Lagerung als übliche raffinierte Öle.

Wie entsteht natives Öl?

Natives Öl ist ein reines mechanisch gewonnenes Öl – also durch Pressen – ohne chemische Reinigung oder Raffination.

Nach dem Pressen wird das Öl meist nur abgesetzt oder gefiltert. Dadurch bleibt ein Teil der natürlich enthaltenen Stoffe und der Charakter des Ausgangsstoffes erhalten.

Jeder Rohstoff verhält sich dabei etwas anders. Manche Öle sind zart, andere kräftig oder dickflüssiger. Das ist kein Fehler, sondern typisch für die jeweilige Sorte.

Was ist der Unterschied zwischen Kaltpressung, raffiniertem und RAW-Öl?

Diese Begriffe werden oft verwechselt, sind aber nicht identisch.

Kaltgepresstes Öl (LZS)

Wird mechanisch ohne Erhitzung gepresst und bewahrt den natürlichen Charakter des Rohstoffes.

Typische Merkmale kaltgepresster Öle:

  • Natürlicher Duft und Farbe,
  • minimale Verarbeitung,
  • empfindliche Lagerung,
  • Erhalt des Charakters des Ursprungsproduktes.

RAW-Öl

RAW-Qualität bedeutet meist, dass bei der Herstellung keine hohen Temperaturen verwendet werden, die den Rohstoff stark verändern könnten.

Es handelt sich jedoch um keinen gesetzlich festgelegten Begriff. Jeder Hersteller setzt eventuell unterschiedliche Grenzwerte. Deshalb ist es sinnvoll, auch die Herstellungsweise und Herkunft des Öls zu überprüfen.

Raffiniertes Öl

Raffinierte Öle werden industriell weiterverarbeitet, z. B. gereinigt, entfärbt oder desodoriert.

Das Resultat ist ein neutralerer Geruch, bessere Stabilität und längere Haltbarkeit. Andererseits entfernt es aber Eigenschaften des Ursprungs.

Beide Wege sind nicht automatisch „richtig“ oder „falsch“. Es kommt auf den Verwendungszweck und die Ansprüche an das Öl an.

Warum ist die Qualität des Rohstoffs wichtig?

Bei Ölen ist die Qualität des Rohstoffs entscheidend.

Sind Samen oder Nüsse von schlechter Qualität, alt gelagert oder schon vor dem Pressen stark erhitzt, kann das Endprodukt dies nicht ausgleichen.

Bei der Wahl des Öls sollte man achten auf:

  • Ursprung des Rohstoffs,
  • Verarbeitungsart,
  • Frische,
  • Lagerbedingungen,
  • Transparenz des Herstellers.

Es geht nicht um Perfektion, sondern um bewusste Auswahl und Verständnis für Unterschiede.

Wie verwendet und lagert man Öle?

Kaltgepresste Öle sind empfindlich gegen Licht, Wärme und Luft.

Hilfreich ist:

  • kühl und dunkel lagern,
  • Flasche gut verschließen,
  • nicht unnötig erhitzen,
  • nach dem Öffnen zügig verbrauchen.

Jedes Öl hat leicht unterschiedliche Eigenschaften und Anwendungsbereiche. Beginnen Sie ruhig mit kleinen Mengen und finden Sie heraus, was Ihnen am besten passt.

Genau das macht Naturprodukte spannend – sie sind nicht komplett einheitlich. Jede Charge, jeder Samen, jedes Öl kann etwas variieren.

Öle in der selbstgemachten Kosmetik und Pflege

Naturöle sind vielfältig einsetzbar in selbstgemachter Kosmetik und täglicher Pflege.

Verwendungsmöglichkeiten sind:

  • als Bestandteil von Gesichts- und Körperölen,
  • in Balsamen und Salben,
  • bei der Seifenherstellung,
  • für Haarpflege,
  • für Massageölmischungen oder Ölseren.

Jedes Öl bringt andere Eigenschaften, Aufnahme und Charakter mit. Die Möglichkeit, gezielt das Richtige auszuwählen, ist für viele der Grund, wieder zu einfacheren Zutaten zurückzukehren.

Wer mit Naturölen arbeiten möchte, sollte einfach anfangen. Man braucht kein riesiges Sammelsurium oder komplizierte Rezepte. Oft reicht ein gutes Öl und etwas Zeit zum Ausprobieren.

Rohstoffe und Inspirationen zur eigenen Herstellung gibt es bei Ekokoza. Und falls Sie bei der Auswahl oder Nutzung unsicher sind, helfen wir gern weiter.

FAQ

Was bedeutet Kaltpressung (LZS)?

LZS bedeutet „kalt gepresst“. Das Öl wird mechanisch, ohne hohe Temperaturen und ohne chemische Lösungsmittel gewonnen.

Ist RAW-Öl dasselbe wie ein kaltgepresstes Öl?

Nicht ganz. RAW bedeutet schonende Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen, ist aber kein eindeutig gesetzlich geregelter Begriff.

Warum sind kaltgepresste Öle empfindlicher bei der Lagerung?

Sie sind nicht raffiniert oder technisch stark bearbeitet. Sie behalten den natürlichen Charakter, sind aber empfindlicher auf Licht, Wärme und Luft.

Wie sollte man kaltgepresste Öle lagern?

Kühl, dunkel und gut verschlossen. Besonders Licht und hohe Temperatur sind problematisch.

Sind kaltgepresste Öle für die Kosmetik geeignet?

Viele Pflanzenöle werden in der selbstgemachten Kosmetik und Hautpflege verwendet. Es kommt aber immer auf die jeweilige Sorte und den Verwendungszweck an.

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